KrimiMeldungen 26072021, 14.00 Uhr

Nachrichten:

Printmedien online:

Stefan Busz auf www.tagesanzeiger.ch
Wenn ein Hund den Braten riecht
Verfluchter Garten, verfluchte Schönheit: Sandra Hughes legt ihren zweiten Tessin-Krimi vor. Und ist in bester Gesellschaft.

www.tagesanzeiger.ch
Petra Ivanov, erfolgreichste Krimiautorin der Schweiz, gegenüber der Zürcher Staatsanwaltschaft im Kreis 4, wo ihre Hauptfigur Regina Flint arbeitet

HANNES HINTERMEIER auf www.faz.net
Auf den Spuren von Inspector Morse
Endlich liegen alle Krimis des Briten Colin Dexter wieder in deutscher Übersetzung vor. Es ist ein Wiedersehen mit dem legendären Inspector Morse. Aber nicht nur.

KAI SPANKE auf www.faz.net
Man sollte niemals nach Angst riechen
In den Straßen die Wut: Eloísa Díaz beschwört in ihrem Krimidebüt die argentinische Militärdiktatur und deren Nachwehen herauf. Obwohl sie eine gute Erzählerin ist, verliert sie sich manchmal in überflüssigen Referaten.

Sabine Reithmaier auf www.sueddeutsche.de
Wiener Blut
Der Münchner Autor Oliver Pötzsch startet mit „Das Buch des Totengräbers“ eine neue historische Krimireihe.

Michael Wurmitzer auf www.derstandard.de
Ferdinand Schmalz‘ Romandebüt: Tiefkühlkostlieferant trifft Krimi
Der erfolgreiche Dramatiker legt mit „Mein Lieblingstier heißt Winter“ seinen ersten Roman vor. Der gerät sehr österreichisch und lustig

Hanspeter Eggenberger auf www.tagesanzeiger.ch
Die Geburt eines neuen Serienhelden
In «Barrier Highway» schickt der australische Altmeister Garry Disher zum dritten Mal Constable Hirsch auf die Piste – ein Highlight für Krimi-Freunde.

Sylvia Staude auf www.fr.de
Garry Disher „Barrier Highway“: Und manchmal hackt er Holz
Der Australier Garry Disher erzählt zum dritten Mal von Constable Hirschhausen, seinen Taten und Nöten.

Christian Schröder auf m.tagesspiegel.de
Krimi aus Argentinien Rette mich
Mordkomplott oder Psychose? In Guillermo Martínez‘ Thriller fühlt sich eine Studentin von einem Bestsellerautor verfolgt.

Radio und Fernsehen:

Mariela Milkowa auf www.hr-inforadio.de
Mit Achtsamkeit gegen den Stress des Mordens
Packende Krimis gepaart mit Lebenshilfe: Das ist das Erfolgsrezept der „Achtsam Morden“-Reihe von Karsten Dusse. Ein Gespräch über explodierende Schädel, Entspannungsübungen und eine Schnapsidee.

Katrin Doerksen auf www.deutschlandfunkkultur.de
Unter Cowboykapitalisten und kosmopolitischen Franzosen
Ein Krimi wie ein brutal-blutiger asiatischer Actionfilm: Viet Thanh Nguyens schickt in „Die Idealisten“ einen überforderten vietnamesischen Spion nach Paris. Dabei gelingt es dem Autor, präzise die Seelenabgründe seines Helden zu zeichnen.

Manuela Reichart auf www.deutschlandfunkkultur.de
Das Geheimnis, es bleibt
Es geht um eine Schusswaffe und um Reliquienverehrung, um unerklärliche Todesfälle und den christlichen Glauben: Mit „Revolver Christi“ hat Anna Albinus eine Kriminal- und Fantasygeschichte der besonderen Art verfasst. Ein herausragendes Debüt.

Literaturblogs und Literaturplattformen:

Petra Pluwatsch auf buecheratlas.com
Madonnas Feldzug gegen die Peiniger: Michaela Kastels lesenswerter Thriller „Ich bin der Sturm“ ist harte Kost

Petra Pluwatsch auf buecheratlas.com
Der Stalker von nebenan: Sarah Nisis hochspannendes Psychothriller-Debüt „Ich will Dir nah sein“

Marius Müller auf buch-haltung.com
BELFAST REVISITED
Adrian McKinty – Der katholische Buller

DIETMAR JACOBSEN auf titel-kulturmagazin.net/
Heißer Sommer
Johannes Groschupf: Berlin Heat

Krimiblogs:

detlef-knut.de
„Die Verlorenen“ von Simon Beckett
„Wenn der Glaubenberg schweigt“ von Monika Mansour
»Böse Falle« von Die Krimi-Cops
»Ein frommer Mörder« von Liam McIlvanney
„Dunkle Geheimnisse“ von A. Kaiden
»The Lincoln Lawyer« von Michael Connelly

Krimi-Kritik
Garry Disher: Barrier Highway

krimilese
Simon Beckett: Die Verlorenen
Eine weitere Sinfonie in Farben und Düften: JEAN-LUC BANNALEC: BRETONISCHE IDYLLE

krimikiste
2090: Frederick Hecker – Totenblass

www.booknerds.de
Garry Disher: Barrier Highway
Colin Dexter: Ihr Fall, Inspector Morse

zeilenkino
Women in Crime: „The Chocolate Cobweb” von Charlotte Armstrong

KrimiMeldungen 16072021, 12.50 Uhr

Nachrichten:

Printmedien online:

KAI SPANKE auf www.faz.net
Madame will ein Kind, Monsieur einen Stall
Colin Niel legt einen fulminanten Krimi vor, der auch von einer vermissten Frau im französischen Zentralmassiv handelt. Im Kern jedoch dreht sich alles um die Frage, ob wir Geschichten brauchen, um überhaupt existieren zu können.

Hanspeter Eggenberger auf www.tagesanzeiger.ch
Wer kann dem Rächer entkommen?
Ein grausamer Gewalttäter will im Thriller «Der Rächer» von Tony Kent alle umbringen, die dazu beigetragen haben, ihn hinter Gitter zu bringen.

Hanspeter Eggenberger auf www.tagesanzeiger.ch
Was hat die tote Frau mit der Militärdiktatur zu tun?
Das Krimidebüt «1981» von Eloísa Díaz spielt an einem einzigen Tag und spiegelt 20 Jahre argentinische Geschichte. Brillant.

Marcus Müntefering auf www.spiegel.de
Sie will Rache – und wenn es das Letzte ist, was sie tut
Für Chris Whitaker ist Schreiben immer auch Selbsttherapie. In seinem neuen Kriminalroman erzählt er davon, wie ein Verbrechen Hinterbliebene ein Leben lang nicht loslässt.

www.morgenpost.de
Elisabeth Herrmann ist heute eine erfolgreiche Krimiautorin und lebt ihre Berufung mit voller Leidenschaft

www.wz.de
Dieser Alpenkrimi kommt aus Köln
Buch Isabella Archan: Drei Morde für die Mördermitzi

www.fr.de
Pause für Hunter – Simon Beckett startet neue Krimi-Reihe
Simon Beckett hat seinen Erfolg vor allem David Hunter zu verdanken. Der forensische Anthropologe ist der Held etwa in „Chemie des Todes“. Doch in seinem neuen Buch muss Beckett ohne ihn auskommen.

Radio und Fernsehen:

www.rnd.de
Die deutsche Krimiliebe: „Kann daran historisch verfolgen, was für Moralvorstellungen galten“
Ein Gespräch mit Medienforscher und „Tatort“-Experte Dennis Gräf von der Uni Passau.

Thomas Wörtche auf www.deutschlandfunkkultur.de
Polit-Thriller mal schön bescheuert parodiert
„Es gibt keine Wiederkehr“ von John Mair spielt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, die Verfolgungsjagden nerven noch mehr als in anderen Romanen und am Ende kommt auch noch ein elitärer Esel. Trotzdem hat es ein kleines Denkmal verdient.

blog.wdr.de/nollerliest
Yanick Lahens und ihr Roman “Sanfte Debakel”: Leben und überleben in Haiti
Leben und Überleben in Port-au-Prince: Yanick Lahens kreist mit ihrem Roman “Sanfte Debakel” durch die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Sphären der Hauptstadt Haitis. Zuletzt schließt sie einen großen Kreis.

blog.wdr.de/nollerliest
Mit Worten schießen – Gary Victor schreibt Krimis in Haiti

blog.wdr.de/nollerliest
Éric Plamondon – Taqawan

www.br.de
Bernhard Aichner, Krimi-Autor

Literaturblogs und Literaturplattformen:

Petra Pluwatsch auf buecheratlas.com
Alfred Bodenheimer: „Der böse Trieb. Ein Fall für Rabbi Klein“
Rabbi Klein ermittelt in seinem sechsten Fall: „Der böse Trieb“ ist ein süffiger Kriminalroman des Schweizers Alfred Bodenheimer

Petra Pluwatsch auf buecheratlas.com
Weltkrieg-Krimis sind en vogue: Chris Lloyds „Die Toten vom Gare d’Austerlitz“ führt ins besetzte Paris

buch-haltung.com
BETH ANN FENNELLY / TOM FRANKLIN – DAS MEER VON MISSISIPPI

talknoir.podigee.io
Talk Noir zu Pascal Dessaint „Verlorener Horizont“

DIETMAR JACOBSEN auf titel-kulturmagazin.net
Drei Biedermänner auf dem Weg zur Hölle
Kate Atkinson: Weiter Himmel

Krimiblogs:

detlef-knut.de
„Dunkle Donau“ von Hilde Artmeier
„RAVNA – Tod in der Arktis“ von Elisabeth Herrmann

Krimi-Kritik
Eloísa Díaz: 1981
Tony Kent: Der Rächer

krimilese
LOUISE PENNY: UNTER DEM AHORN – Der achte Fall für Gamache
Von Leyden, James: Die Vermissten von Tanger

krimirezensionen
Chan Ho-Kei | Die zweite Schwester
Beth Ann Fennelly & Tom Franklin | Das Meer von Mississippi

krimikiste
2089: Tom Voss – Hundstage für Beck

www.booknerds.de
Christian Kuhn – „Nordseedunkel“
Maurizio De Giovanni – Zwölf Rosen in Neapel

Krimikritik: Colin Niel – Nur die Tiere

btr

Nicht nur in Feuilletons werden (alte) weiße Männer verlacht, neuerdings gehören sie auch in Romanen zu den Kunden, über die man sich nicht nur amüsieren, sondern mit denen man auch aufgrund ihrer Schwächen so richtig Kohle machen kann. Man muss sie nicht sehen, man muss sie nicht kennen, das Internet kennt keine Grenzen. Und so kommt es, dass einsame Menschen wegen ihrer romantischen Attitüden zur leichten Beute für afrikanischen Jungs aus der Elfenbeinküste werden.

Es gibt zwar Jungs, die das Geld, das sie verdienen, zurücklegen oder eine Familie ernähren, es gibt aber auch die anderen, denen das Geld zur Selbstdarstellung dient, dem Großtun vor Frauen, die sie beeindrucken wollen und dabei glauben, sie zu lieben. Es kommt noch schlimmer, sie wollen den schnellen finanziellen Erfolg, den sie mit den weißen Männern erzielen, auf jeden Fall erhalten und dabei soll ihnen der böse schwarze Mann helfen. Dieser wird für seine Fürbitte einen schlimmen Tribut fordern.

Das alles gehört zu einem Beziehungsgefüge in dem Buch „Nur die Tiere“ von Colin Niel. Der Autor, der seine Geschichte so eindrucksvoll verwoben hat, entwickelt nicht nur seine Figuren aus dem jeweiligen Umfeld, sondern auch aus den Besonderheiten der persönlichen Entwicklungschancen, die ihnen mitgegeben werden und die mit Blick auf die Realität in den meisten Fällen fester und unabdingbarer sind, als wir uns vorstellen können.

Zwei weiße Männer leben auf einem Hochplateau in den französischen Bergen. Der eine ist Rinderzüchter, der andere Schafzüchter. Einer ist mit einer Sozialarbeiterin verheiratet. Der andere lebt mit seinen Schafen allein. Die Frau des Rinderzüchters hilft den Bewohnern, mit ihrem Leben klarzukommen. Sie kümmert sich um Anträge, Abgaben und gibt auch persönlichen Zuspruch, wenn ihn die vereinsamten Menschen brauchen. Ausgerechnet bei ihrem Ehemann versagt sie. Das liegt nicht nur an ihr, sondern auch an ihrem Ehemann, der nicht nur mit dem Hof überfordert zu sein scheint, sondern auch später resümiert, sie nie geliebt zu haben. Er hat sie geheiratet, weil ihm am Hof mehr lag als an ihr.

Den Schafzüchter trifft es noch härter. Er lebte vorher mit den Eltern zusammen und hat nie gelernt, mit Frauen umzugehen, geschweige sie zu verstehen. Er fühlt sich unwohl in der Gegenwart von lebendigen Frauen. Beide Landwirte leben mit den Tieren, sie kennen ihr Wohlbefinden und ihre Schmerzen. Sie gehen in ihrer Fürsorge auf. Eine große Einsamkeit umgibt sie, eine Leere, die sie nicht füllen können und sie nach Auswegen suchen lässt, die die Geschichte unheilvoll vorantreibt. Ausgangspunkt ist das Verschwinden von Evelyne Ducat, die in den Bergen spazieren gehen wollte und mit den Männern auf diese oder jene Weise zusammentrifft.

Während man große Empathie für die beiden Männer entwickelt, treten bei Evelyne Ducat unsympathische Seiten hervor, die mit ihrem oberflächlichen Liebesleben und ihrer Lebensform zusammenhängen. Und da ist noch Maribe, ihre Geliebte. Als Figur erschaffen, um den Plot zu runden, gibt sie auch in ihrem Schmerz und in ihrem Liebesbegehren eine bestechende Person ab.

In beeindruckender Weise werden die Figuren gegeneinandergesetzt, bis sich alles zu einem großartigen Bild zusammenfügt. Das ist spannend erzählt, ohne die Figuren bloßzustellen. Die Liebe, mit der Niel seine Figuren umgibt, überträgt sich auf den Lesenden und machen das Buch zu einem spannenden Erlebnis.

Das Ende gehört dem Rinderzüchter, der in der Realität angekommen ist, sie aber nicht anerkennen will. Wenn wir wollen, können wir uns auch mit seinem Verhalten den Einstieg in eine neue, zukünftige Welt erklären. In einer von Individualismus und Ich-Stärke geprägten Welt wird der spielerische Umgang in den virtuellen Welten zu einer neuen Erfahrung. Was brauchen wir Menschen, die uns demütigen, verlachen oder übervorteilen, eine KI-Frau oder ein KI-Mann könnten viel effektiver unsere seelischen Bedürfnisse bedienen. Und sie passen sich wunderbar an unser reales Leben an.